Mobilität

Was ist Mobilität?

Der Begriff Mobilität ist aus dem lateinischen mobilitas (Beweglichkeit, Veränderlichkeit) abgeleitet. Früher wurde mit diesem Begriff primär der Verkehr – der Transport von Menschen und Waren – in Verbindung gebracht. Im Zuge des modernen gesellschaftlichen Wandels wurde der Mobilitätsbegriff erweitert und umfasst heute jegliche Beweglichkeit von Menschen, Waren und Informationen auch geistiger und virtueller Art. Mobil und flexibel sein gilt heute als Lebenseinstellung sowohl im beruflichen Kontext (bedingt durch die immer raschere Veränderung der Arbeitswelt), als auch im Freizeitleben (z.B. durch Fitnesstrends, Tourismus, Social Media etc.) und wirkt in die Gestaltung der persönlichen Biografie hinein. Neben den positiven Folgen dieser gesteigerten Mobilität sind auch die Herausforderungen für uns spürbar und sichtbar – sowohl ökologisch (Klimawandel) und sozial (Beschleunigung und Flexibilisierung im Arbeitsleben, Folgen von Flucht und Vertreibung) als auch ökonomisch (ungleiche Ressourcenverteilung) und kulturell (Verstädterung).
Deshalb stellt Mobilität mit all ihren Ursachen und Erscheinungsformen eine der zentralen Herausforderungen dar, denen sich die Gesellschaften heute und in Zukunft stellen müssen.

Was bedeutet Mobilität für die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler?

Die Chancen von Menschen auf Mobilität sind heute sehr ungleich verteilt, einmal zwischen den reichen Industrie- und den ärmeren Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch innerhalb unserer Gesellschaft. Zudem befriedigen wir unser Bedürfnis nach Mobilität unter einem immensen Einsatz natürlicher Ressourcen und spürbaren Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Wie wir heute Mobilität organisieren, entscheidet mit darüber, wie viel Mobilität wir uns zukünftig werden leisten können. Die Herausforderung, die sich stellt, ist somit die Frage, wie sich Mobilität klüger und besser organisieren lässt, so dass wir genügend Mobilität für alle erreichen, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden – heute und in Zukunft. Hierbei spielen Fragen von sozialer und ökologischer Verantwortung ebenso eine Rolle wie die Bedeutung solidarischen Handelns.
Was bedeutet Mobilität für Bildung und Schule?
Mit der Idee von Bildung war seit jeher die Absicht verbunden, dass Menschen die gewachsene Kultur und Gesellschaftsordnung, in der sie leben, nicht einfach übernehmen, sondern in der Lage sind, sich in ein kritisches Verhältnis zu ihr zu setzen und sie zum Besseren weiterzuentwickeln. Die Schule als Bildungsinstitution ist daher aufgefordert, Schlüsselprobleme unserer Zeit zu thematisieren und Lösungsmöglichkeiten zu durchdenken und wo immer möglich, Handlungsvorschläge zu entwickeln. Das Themenfeld Mobilität eignet sich in besonderer Weise dafür, entsprechende Schlüsselprobleme und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in der Schule zu bearbeiten.
Themen der Mobilität schlagen sich nicht nur in allen Fächern nieder – Reiseromane im Fach Deutsch haben damit genauso etwas zu tun wie das Thema kinetische Energie in Physik, der Klimawandel in Geographie genauso wie Gleichgewichtsübungen im Sportunterricht – sie überschreiten zugleich diese Fächergrenzen und schlagen einen Bogen zu drängenden gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit.
Unbestritten und offensichtlich ist Mobilität ein zentraler Bildungsgegenstand in der Schule mit hoher theoretischer und praktischer Relevanz für das spätere Berufs- wie das Alltags- und Freizeiteben des Einzelnen.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium: Das Curriculum Mobilität. Ein Bausteinkonzept für den fächerübergreifenden Unterricht in allen Schulen in Niedersachsen, Hannover 2018.

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